Der Geruch von Azeton, mit dem man die Filmstreifen bei der Montage zusammenklebte, vermischte sich mit dem von denaturiertem Alkohol, mit dem Flecken wie beispielsweise die vom Fixiersalz, die auf dem Zelluloidträger während des Herstellungsprozesses zurückblieben, entfernt wurden. Dieses Gemisch von Ausdünstungen war mir nicht unangenehm, ganz im Gegenteil: Es erschien mir wie das berauschendste Parfüm. [...] Dieser Ort besaß für mich einen ganz eigenen Zauber. Ich hatte schon manchen Meter Film verkauft, aber nicht viel über deren Herstellung nachgedacht. Angesichts der sehr sorgfältigen Arbeitsweise und der dazu notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten bewunderte ich respektvoll alles, was mein Vater in so kurzer Zeit gelernt und erreicht hatte. Ich änderte meine Meinung über meine Berufung und beschloss, dass sie darin bestünde, diesen Beruf zu erlernen. Ich wollte sogleich meine Lehre antreten. Mein Vater, der sich nichts anmerken ließ, aber ganz andere Pläne für seine 14-jährige Tochter hatte, fuhr mit seiner Tätigkeit fort. Trotz seiner Umsichtigkeit ahnte er nicht, dass er schon bald sein ganzes, frisch erworbenes Wissen nötig haben würde, um die boshaften Absichten einiger seiner Arbeiter, die von seinen Konkurrenten bestochen waren, parieren zu können.