Die Schuld des Bossa Nova?
Tomi Mäkelä
320 Seiten, 135 x 210 mm
ersch. 1. Aufl., Juli 2026
28,– €
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ISBN 978-3-7410-0564-0
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Die Schuld des Bossa Nova?

Heilsame, mächtige und sündhafte Töne im Wandel der Zeiten

Über Macht der Musik wurde in den letzten Jahren viel nachgedacht und viel geschrieben. Dabei wirkt Musik nicht immer musikalisch. Tomi Mäkelä unterzieht populäre Aussagen darüber, wie Musik zur Erziehung, Bildung, Glück, Gesundheit (psychisch und physisch), Moral und mehr beitragen soll, einer kritischen Überprüfung und stellt Überlegungen darüber an, wie es zu teilweise überhöhten Ansichten über die Macht der Musik kommen konnte. Er nimmt auch negative Aspekte der Beschäftigung mit Musik in den Blick, sei es während der Ausbildung der Profimusikerinnen und -musiker und ihrer späteren Berufstätigkeit oder wenn Musik bei gewalttätigen Handlungen zum Einsatz kommt.

 

 

Als Thomas Mann in seinem Roman Der Zauberberg den «Humanisten» Lodovico Settembrini dessen «politische Abneigung» gegen die Musik erläutern ließ, knüpfte er an den alten Verdacht an, dass alles, wozu der Mensch fähig ist, eine Schattenseite hat. Die Schuld des Bossa Nova untersucht diesen ideengeschichtlichen Strang mit Blick auf die Musik und das Musikalische. Einige Spezialthemen (Raumakustik, Klavieretüden, die Semantik von Abbildungen, das Studium in Moskau und der Klassiker des Faches A. B. Marx) werden in eigenen Kapiteln behandelt. Das dialektisch ambivalente Denkangebot richtet sich an Lernende, Lehrende und musikalisch Heilende sowie an die Politik. Der Autor setzt sich mit Chancen und Risiken des musikalischen Alltags auseinander. Anstelle von «Mehr geht immer!» stellt er fest: «Weniger ist oft mehr.» Er fördert Authentizität und Diversität anstelle von kostspieliger Perfektionierung und Gemeinschaftsfindung anstelle von Egoismus; dabei wagt er sich an brisante Themen (Starkult, Rausch, Erziehung) heran. Der Gedankengang beginnt beim Hotelfrühstück in Böhmen im Juli 2024 und führt über Helsinki und Moskau nach Berlin des 19. Jahrhunderts. Filme, Kunst und Literatur veranschaulichen das Anliegen.

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